Ulrike Wolz

 Kundenberaterin

 

Hallo, ich bin Ulrike Wolz. Ich stamme aus einem kleinen, nordbayerischen Dorf am Main, schon fast in Hessen. Gleich nach dem Abi ging’s für mich nach München zur Ausbildung beim Finanzamt, Duales Studium würde man es heute nennen. Mit dem Diplom-Finanzwirt (FH) in der Tasche ergriff ich die Gelegenheit für eine Zusatzqualifikation, die mich vor der lebenslangen Bearbeitung von Steuererklärungen rettete: Bei den Finanzbehörden bildete man junge Absolventen inhouse zu Programmierern aus. So kam ich über einen kleinen Umweg bereits 1987 zur IT, damals noch „EDV“ genannt.

Ein bisschen ehrgeizig war ich schon früh und die Beamtenkarriere schien mir bald zu starr. Also 1990 eine einzige Bewerbung geschrieben und zack, war ich im Februar 1991 entbeamtet und DV-Organisatorin bei einem der Vorläuferunternehmen der heutigen FI.

Seit 2008 arbeite ich als Kundenberaterin im Vertrieb, auf neudeutsch hieße ich Key Account Manager. Vom Vertriebsstützpunkt München aus betreuen meine 8 Teamkollegen und ich die bayerischen Sparkassen. Meine Kunden sind die Stadtsparkasse München und die 7 Sparkassen in der Oberpfalz mit Regensburg als bekanntester Stadt.

Zuerst muss ich immer erklären, dass die Sparkassen rechtlich eigenständige Unternehmen mit eigener Geschäftspolitik sind. In der öffentlichen Wahrnehmung sieht man ja immer eher „die Sparkasse“, rotes S halt. Als Kundenberaterin bin ich für „meine“ Sparkassen das Gesicht der Firma, und zwar ein gleichermaßen kompetentes wie freundliches. Ich berate meine Kunden zu allen rund 200 Produkten der FI, bei Bedarf unterstützt von Fachkollegen. Dabei bewege ich mich zwischen den Bedürfnissen der Kunden, den Interessen der Firma, der Strategie der Sparkassenfinanzgruppe sowie regulatorischen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Natürlich bin ich auch Moderatorin, wenn es in der Zusammenarbeit FI-Sparkasse einmal knirscht. Ein Sparkassenvorstand hat es mal so formuliert: „Egal was es ist, ich habe nie das Gefühl, dass die FI weit weg von mir ist.“. Job well done! :-)

Nach über 30 Jahren in der Firma könnte ich viele Seiten mit meinem Werdegang füllen! Gestartet bin ich als Produktownerin in der Anwendungsentwicklung und Anwenderbetreuung. Ich habe schnell erkannt, dass Bankkenntnisse von Vorteil sind, um die Kundensprache zu sprechen. Nebenberuflich habe ich deshalb in den 90ern den 2jährigen Ausbildungsgang zur „Sparkassenkauffrau“ absolviert, finanziert von der Firma und mit gelegentlichen Freistellungen unterstützt. Kaum war das abgeschlossen folgte eine erste Projektleiterrolle. Hier hatte die IZB SOFT (eines der Vorgängerunternehmen der Finanz Informatik) ein sehr gutes Qualifizierungsprogramm „on the Job“ im Angebot. Als ich 1998 mit 29 Jahren in die erste Elternzeit verschwand hatte ich bereits ein gutes Standing im Haus. Schon nach 10 Monaten war ich (gerne!) zurück. Es hat immer irgendwie funktioniert mit Familie und Beruf. Ich hatte die Wertschätzung und den Rückhalt der Firma und mit etwas Flexibilität auf beiden Seiten ließen sich auch schwierige Situationen meistern.

Einige Jahre war ich in der internen Kommunikation als Chefredakteurin des Intranets tätig, welches nach der Fusion mit der damaligen Sparkassen-Informatik obsolet wurde. Der Wechsel in den Vertrieb folgte 2008 als nächster Schritt, im Nachhinein betrachtet eine perfekte Wahl für mich. Hier fügen sich alle bisherigen Tätigkeiten wie Puzzleteile zu einem spannenden Bild zusammen: IT und Bankfachlichkeit, Projektmanagement und Kommunikation, Betriebs- und Volkswirtschaft. Selbst das Finanzamt lässt ab und an grüßen, wenn ich mit Kunden über Rechnungslegungsvorschriften diskutiere.

Zur Frage was mich inspiriert bzw. motiviert, kann ich ganz klar sagen: Die Abwechslung und ständige Weiterentwicklung. Von Aktivgeschäft über Digitalisierung bis Zahlungsverkehr. Strategie, Logik, Blech. Die unterschiedlichsten Kollegen und Kunden. Das Zwiegespräch genauso wie größere Runden. Dem Kunden zu vermitteln, welche Chancen ein Produkt bietet, Zusammenhänge herstellen. Im Dialog gute Lösungen für meine Kunden finden, auch wenn es kniffelig ist. Kurz: Alles was mein Oberstübchen fordert und wo ich noch etwas dazu lernen kann (Langeweile ist meine persönliche Höchststrafe). 

Beim Kunden steht jeder von uns allein, da darf es schon eine Portion Selbstbewusstsein sein. Trotzdem hören wir gut zu, abstrahieren, vermitteln und wechseln die Perspektive. Im Team tragen wir zusammen, erkennen Trends, verdichten und beleuchten Themen von verschiedenen Seiten. Unsere Geheimwaffe ist unsere Unterschiedlichkeit. Wir wissen, was unsere Kunden bewegt und tragen das in die Firma, und zwar über alle Hierarchieebenen.

Was die FI als Unternehmen auszeichnet? Wir sind einer der größten europäischen IT-Dienstleister der Finanzbranche und Digitalisierungspartner der deutschen Sparkassenfinanzgruppe. Bei IT denkt man vielleicht eher an die großen Global Player. Gerade im Vertrieb bin ich aber sehr froh, in einem deutschen Unternehmen zu arbeiten: Es geht nicht um den schnellen Euro, das kurzfristige Geschäft, Quartalszahlen. Sondern darum, sich gemeinsam mit den Kunden langfristig und nachhaltig weiter zu entwickeln.

Gute Arbeitsbedingungen sind mehr als Obstkorb und Kicker! Als Arbeitnehmerin schätze ich Gleitzeit, Familienfreundlichkeit und die persönliche Wertschätzung sehr. Und ich freue mich, wie sich die Firma nun verjüngt. Die jungen KollegInnen bringen frischen Wind, wir alten Hasen sind weiterhin gefragt. Auch das Weiterbildungsprogramm kann sich sehen lassen. Ich will damit als nächstes mehr über agile Arbeitsmethoden lernen, denn auch wir im Vertrieb können davon profitieren.

Mein Insider: Mein Standort spielt weniger eine Rolle als die Region meiner Kunden. Zu München gibt es Bände voller Geheimtipps, deshalb kommt mein Insider aus der Oberpfalz: Schon mal was von „Zoigl“ gehört? Die „Oberpfälzer Zoiglkultur“ ist immerhin bundesweites „Immaterielles Kulturerbe“!
Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das nach traditioneller Weise in sogenannten Kommunbrauhäusern gebraut wird. Aus der Maische entsteht ein Sud, der in den Keller der „Brauenden Bürgern“ kommt, wo die Hefe Ihre Arbeit verrichtet. Nach der Gärzeit wird der Zoigl in Fässer abgefüllt, in denen er noch mehrere Wochen ausreifen muss. Jeder Zoigl schmeckt anders, hat doch jeder Brauer sein eigenes Rezept. Das Zoiglbraurecht selbst stammt in den verschiedenen Gemeinden aus dem 15./16. Jahrhundert.
Am Zoigl sitzt man gemütlich in Zoiglstuben im wahrsten Sinne des Wortes zusammen. Einen eigenen Tisch gibt es nur dann, wenn man ihn selbst mit einer Gruppe voll bekommt. Sonst heißt es „zamruckn“. Aber Achtung: Die Zoiglstuben sind immer nur wenige Tage am Stück geöffnet!

Meinem 20-jährigen „ich“ würde ich folgenden Rat mitgeben: Ziele zu haben ist nicht schlecht, doch es lohnt sich immer auch zu schauen, was links und rechts vom Weg liegt. Und hör bloß nicht auf zu fragen!

Mach es möglich. Mit Finanz Informatik.